Download: Animus - Ein Gentleman Geniesst Und Schreibt


Spätestens seit das Mikrofon von MC Torch am Nagel hängt wird mehr oder weniger nach dem nächsten großen Hip-Hop-Ding aus Heidelberg gesucht. Durchaus talentierte Künstler gibt es in der wunderschönen südwestdeutschen Stadt zur Genüge, nur irgendwie scheinen sie nicht ganz nach oben durchzukommen - mit einer Ausnahmne...Animus. Der Sohn einer iranischen Flüchtlingsfamilie wird zwar in zweieinhalb Wochen erst 25 Jahre alt, hat aber schon einiges als Künstler erreicht. Angefangen hat der Hype im Jahr 2006 als er den Remix-Contest von Curse verdient gewann (HIER könnt ihr euch den Track herunterladen) und so die Aufmerksamkeit vieler Fans (und bekannter MCs) auf sich ziehen konnte. Sein ein Jahr später rausgebrachtes Mixtape "Der Kugel Schreiber" wurde von der JUICE zum Release des Monats gewählt und kurz darauf nahm ihn der legendäre Moses P bei Pelham Power Productions (alias 3P) unter Vertrag.

Nach nur einem Jahr und einer Veröffentlichung ("Der Kugel Schreiber II") war die Zusammenarbeit jedoch schon wieder zu Ende. Das Ganze beruhte "irgendwie auf Gegenseitigkeit", Animus fing an, kostenlose Mixtapes zu releasen und so arbeitet er sich seitdem wieder an die Spitze der Szene heran. Mit "Die Stimme Der Stummen" (HIER immer noch zu haben) brachte er vorletztes Jahr einen meiner persönlichen Favoriten und bewies damit eindrucksvoll, dass er die (leider bei wenigen MCs vorhandene) Mischung aus gutem Flow, tiefgründigem Inhalt und moderner Technik beherrscht und Skill-mäßig in der obersten Liga mitspielen kann. Vor kurzem bekam er sogar ein weiteres Angebot - diesmal von Fler und seinem Label Maskulin. Ob er dieses annimmt, wird sich noch zeigen. Erstmal gibt es wieder etwas neue Musik auf die Ohren. Damit wären wir auch bei "Ein Gentleman Geniesst Und Schreibt" - einer freien EP, die aus jeder Menge Storytelling und verschiedensten Gefühlsbeschreibungen besteht. Gewohnt imposant und gewohnt ehrlich präsentiert sich der Kraftsport-Fan auf acht Anspielstationen, die unter anderem von Freshmaker (Österreich) und One Shot (Schweiz) produziert wurden. Ausgezeichnetes Zeug, tut es euch an, Freunde.

Download: SonReal - Good News


Das wunderschöne Sommerwetter ist vor ein paar Tagen nun doch endlich (zumindest für eine Woche) nach Deutschland zurückgekehrt (gab es dieses Jahr überhaupt schon sommerliche Temperaturen?) und so trifft es sich gut, dass ich einen weiteren, dazu passenden Soundrack für euch am Start habe. Der aus New York kommende Yonas legte vor kurzem mit "The Transition" ordentlich vor und jetzt meldet sich der kanadische Gute-Laune-Verbreiter SonReal mit einem (so viel sei gleich mal vorweggenommen) tollen und natürlich kostenlosen Album zurück. Ebenfalls laut, ebenfalls poppig gewürzt und ebenfalls anspruchsvoll.

Die aufmerksamen Verfolger unseres Blogs dürften die beiden Vorgänger ("Where's Waldo" und "Words I Said") bereits kennen. Allen Anderen kann ich es nur empfehlen, die beiden Werke gleich auszuchecken (vorausgesetzt ihr steht auf eher modernere Sounds, sprich: nicht unbedingt primo-dilla-haften Boom Bap) oder gleich hier und jetzt einzusteigen. "Good News" - von dem ist hier etwa die Rede - macht nämlich genau dort weiter, wo es beim letzten mal aufhörte. Dafür wurden Beats von Bastlern aus dem Umfeld von Kendrick Lamar, Jay Electronica, Eminem, Dr. Dre, Nas, Thurz, Moka Only oder Lil Wayne benutzt. Ich bin mir sicher, dass euch die Namen Rich Kidd, Arthur McArthur, MoSS, Chin Injetti oder 2oolman einiges sagen und kann euch zudem versichern, dass man hier ihr gewohnt starkes Endprodukt zu hören kriegt. Auch bei den Features hat man etwas tiefer in die Trick-Kiste gegriffen und sich so Beiträge von Saigon, Rapper Big Pooh und Emilio Rojas gesichert. Im Vordergrund steht aber selbstverständlich SonReal mit seiner Mischung aus sehr sauber vorgetragenen Double-Time-Flows und/oder catchigen Gesangsanlagen.

Wenn euch all das überzeugt oder wenigstens neugierig macht, schlagt einfach zu. Zahlen muss man für den Spaß, wie gesagt, nichts (es sei denn, man möchte eine gesignte CD zugeschickt bekommen...dann muss man zwölf Bucks plus Versand auf den Tisch legen) und so habt ihr lediglich ein paar Minuten eurer Zeit zu verlieren. Das Teil könnt ihr euch natürlich auch erstmal in voller Länge anhören (der Bandcamp-Player wurde mit angehängt) und erst danach entscheiden, ob ihr dem netten Spitter aus Vancouver eine Chance geben möchtet. Ich für meinen Teil bin schon seit ein paar Jahren ein sehr zufriedener Konsument seiner Kunst und bin mir sicher, dass er bereits bald breitere Massen erreichen wird - verdient hätte er es.

Download: Lloyd Banks - V6 (The Gift)


Eine der positivsten Entwicklungen, die es in den letzten Jahren innerhalb der Hip-Hop-Szene gab, ist die Willigkeit vieler MCs, auf ihren Mixtapes über exclusive Beats zu rappen. Während ich persönlich nichts gegen die nette Jacking-Methode habe (vorausgesetzt alles andere passt), finde ich es irgendwie schöner, wenigstens ein paar neue Bretter zu hören. Wird die zunehmende Anzahl von aufkommenden PC-Bauern einkalkuliert, dürfte es für kaum einen Spucker ein Problem sein, diese ziemlich einfache Voraussetzung zu erfüllen...schon gar nicht, wenn man Lloyd Banks heißt und bereits Millionen von Platten verkauft hat.

Den erst 30-jährigen G-Unit-Queens-Soldier muss ich hier wohl niemandem vorstellen...darum komme ich auch gleich zur Sache. Nur circa acht Monate nach dem wunderbaren "Cold Corner II" (HIER immer noch for frizzle zu haben) meldet er sich mit einem weiteren Misch-Tonband zu Wort. "V6 (The Gift)" - so der Titel des Werkes - beinhaltet fünfzehn Anspielstationen, einen durch die Gegend schreienden "DJ" gibt es zum Glück nicht und - wie anfangs bereits angedeutet - der nette Christopher spittet ausschließlich über exklusive Beats von Kollegen wie Beat Butcha, Cardiak oder Doe Pesci. Ihre Produktionen sind teilweise Sample-lastig, teilweise 808-knallend und teilweise einfach nur eine bunte Mischung aus verschiedensten Styles. Bei den Features wurde diesmal (aka im Gegensatz zu "CCII") nur auf bekannte Rapper gesetzt: Schoolboy Q, Jadakiss, Fabolous, Vado und Young Chris sind alles richtige Profis, die natürlich wissen, was man tun muss, um sich gut zu verkaufen...und die ich deshalb ebenfalls niemandem vorstellen muss.

Der Hauptkontrahent selbst befindet sich nach wie vor in bester Verfassung und erzählt uns in technisch gewohnt anspruchsvoller Manier entweder über alle seine Lieblingsthemen oder gibt uns einfach mal nett zu verstehen, dass er sich vor keinem Rapper der Welt zu verstecken braucht. Arrogant? Oder doch bloß selbstbewusst? Hört rein und entscheidet selbst. Ich finde das Teil großartig und hoffe, dass uns der gute Herr Banks auch in Zukunft mit unzähligen weiteren Releases überraschen wird. Damit auch ihr auf den Geschmack kommt, lasse ich euch alle Lieder wenige Zentimeter (Pixel/whatever) weiter unten streamen.

Audio: Mickey Factz - Black Tearz II


Vor ein paar Monaten überraschte uns der aus der Bronx stammende Mickey Factz mit seinem Album "Mickey MauSe" (HIER könnt ihr es immer noch auf eure Festplatten kopieren - kostenlos natürlich). Für mich persönlich definitiv eines der besten Releases des Jahres bis jetzt und auch noch heute ziemlich oft laut aufgedreht durch die Boxen knallend. Ich bin ein großer Fan fabelhaft umgesetzter Konzept-LPs - vor allem wenn diese von jemandem stammen, der sich nicht nur lyrisch, sondern auch technisch in die Ecke der Versiertesten problemlos einreiht...kommen wir aber erstmal wieder zu den aktuellen Geschehnissen.

Wer den 27-jährigen MC/Produzent und seine Diskografie kennt, wird es sicher gewohnt sein, in kleinen Abständen mit brandneuer Musik beschenkt zu werden. Auf die offizielle Debüt-Platte "The Achievement" müssen wir uns zwar noch etwas gedulden, dafür gibt es aber erstmal wieder eine Single. "Black Tearz II" heißt diese, wird von B. Madison vokal unterstützt und bietet uns jede Menge Lyricism und zwar in Form von Storytelling. Der Beat ist von Justin Rose und HIER lässt sich das nette Stück downloaden. Wer das, was er hört, toll findet, darf natürlich ein bisschen durch die wunderschöne Internet-Gegend googlen, um auch alle anderen Veröffentlichungen des New Yorkers genauer unter die Lupe zu nehmen - es lohnt sich.

Audio: Blu & Exile - A Man


Am 17. Juli 2007 gelang es einem damals noch relativ unbekannten Duo aus Los Angeles, einen Hip-Hop-Homerun zu schlagen. Die Rede ist von Blu und Exile. Ein MC und ein Produzent. Der eine davor lediglich durch ein paar kleine Projekte aufgefallen und der andere vor allem als Mitglied von Emanom (zusammen mit Aloe Blacc). Der besagte Homerun war eine gemeinsame LP mit dem Titel "Below The Heavens". Die Erstauflage war nach kurzer Zeit ausverkauft, das vor einem Jahr angekündigte Re-Release ebenfalls. Wer heutzutage noch eine CD erwerben möchte, muss richtig viel Geld auf den Tisch hauen (mehr als siebzig Euro sind es inzwischen). Da das Werk sowohl inhaltlich als auch musikalisch überzeugte, macht schon seit längerer Zeit das Wort Klassiker die Runde - und das nicht zu Unrecht. So war es auch alles andere als überraschend, dass immer mehr Leute einen Nachfolger verlangten. Dieser erschien dann letztes Jahr.

"Give Me My Flowers While I Can Smell Them" war aber nicht so ganz das, was man sich vorstellte. Die Sound-Qualität ließ leider "unfassbar" (ähm...hi, Ercandize) viel zu wünschen übrig und machte die Sache praktisch ungenießbar. Allerdings keine Sorge...dabei wird es nicht bleiben. Am 4. September erscheint nämlich "Give Me My Flowers While I Can Still Smell Them" - eine gemischte, gemasterte und mit neuen Songs ergänzte Version, die von Fat Beats vertrieben wird. Doch bevor es soweit ist, bekommen wir noch eine EP namens "Maybe One Day" zu hören. Vier brandneue Lieder und zwei Instrumentals erwarten uns darauf und können entweder HIER (Vinyl) oder HIER (digital) bestellt werden. Als Vorgeschmack gibt es seit heute den mit "A Man" getauften Track zum Probehören (und zum kostenlosen Download). Das nette Stück klingt natürlich sagenhaft gut und macht definitiv Bock auf mehr. Mehr gibt es dann entweder HIER (CD) oder HIER (Vinyl) - dies aber erst, wie bereits gesagt, am 4. September. Ich kann es kaum erwarten!

Audio: Cap Kendricks & Edgar Wasser - WK4TSMEH (EP Stream)


Im Frühling haben die beiden Münchener Edgar Wasser und Cap Kendricks ihre allererste Kollaboration veröffentlicht. Damals noch als Feature und Produzent von LUX, auf dessen Single "Krass". Vor einem Monat wurde dann angekündigt, dass eine gemeinsame EP in der Mache ist und heute ist diese auch rausgekommen. "Wir Korrigieren 4 Tonnen Stahl Mit Einer Hand" heißt das acht Track-starke Ergebnis, welches man jetzt hier bei uns (und wahrscheinlich auch überall sonst) streamen kann. Im Vergleich zu vorherigen Releases fällt sofort auf, dass sich zum einen die Paint-Skills richtig gesteigert haben, und zum anderen, dass der Edgar sich jetzt tatsächlich dazu erdreistet, Geld für seine Kunst zu verlangen.

An der Musik selbst hat sich allerdings nicht viel verändert. Herr Wasser reimt immer noch wie und was er will, und ist dabei zutiefst zynisch, im besten Fall sarkastisch. Manchmal könnte man meinen, dass der "größte Lyriker neben Azad und Bertolt Brecht" ein kleines bisschen ernster geworden ist, aber noch im selben Moment kommt schon wieder eine Nonsense-Line und beseitigt alle Befürchtungen. Der neue Produzent Cap Kendricks ändert auch nichts am alten Konzept. Seine Beats fügen sich sehr gut in die bisherige Diskografie ein, können also wirklich überzeugen. Wenn ihr nach dem Streamen auch echtes Geld für eine CD ausgeben möchtet, müsst ihr einfach nur eure Bestellung (mit der Lieferadresse) an edgar.kendricks@web.de schicken und einen Moment auf die Antwort mit weiteren Instruktionen warten.

Audio: Del The Funky Homosapien & Parallel Thought - Different Guidelines


Auch wenn wahrscheinlich alle auf des neue Deltron-Projekt warten, sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden, dass Del The Funky Homosapien dieses Jahr schon eine LP veröffentlicht hat. Die Rede ist natürlich von "Attractive Sin" - einer Kollaboration mit dem Produzentenpaar Parallel Thought aus New Jersey. Zusammen haben die drei schon 2009 ein Album veröffentlicht (damals auch noch mit Tame One) und genau wie damals ist es auch heute eher als spaßiges Nebenprojekt anzusehen. Versteht mich nicht falsch, es ist definitv ein vollwertiges Werk aber eben nicht so durchkonzeptiert wie Deltron, sondern eher etwas lockerer, wie man es von Del ja auch schon seit gut zwei Jahrzehnten gewohnt ist.

Auf der ersten Single "Different Guidelines" erzählt er von seinen Anfängen als MC, wie er von seinem Cousin Ice Cube gepusht wurde und beweist nebenbei, dass er wohl einer der grandiosesten Flower aller Zeiten ist. Parallel Thought liefern dafür einen Beat mit hart und trockenen Drums und einem wunderbaren Saxophon-Sample, das für sich alleine schon Highlight genug sein sollte. Über das ganze Album verteilt, finden sich noch einige Highlights, wie das wunderbar jazzige "Ownership" oder das funkige, an alte Tage erinnernde "Blow Your Mind", aber die sollte eigentlich jeder für sich finden. Wenn ihr nicht gleich Geld für die Platte ausgeben wollt (zum Beispiel HIER), könnt ihr übrigens bei Spin alle Lieder komplett streamen.